Herzrasen in den Wechseljahren kann ziemlich beunruhigend sein – besonders dann, wenn du dieses Gefühl früher gar nicht kanntest. Vielleicht sitzt du abends entspannt auf dem Sofa und plötzlich schlägt dein Herz schneller und kräftiger. Oder du wachst nachts auf und spürst deinen Herzschlag so deutlich, dass du dich fragst: Was ist denn jetzt los?
Wenn solche Beschwerden ausgerechnet in den Wechseljahren beginnen, liegt der Gedanke nahe, dass die hormonelle Umstellung etwas damit zu tun haben könnte. Tatsächlich können Herzklopfen und ein schneller Herzschlag in dieser Lebensphase auftreten. Trotzdem sind nicht automatisch die Hormone die Ursache. Auch Stress, Schlafmangel, Koffein, bestimmte Medikamente oder körperliche Erkrankungen können den Herzschlag beeinflussen.
Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Wann tritt das Herzrasen auf? Wie lange hält es an? Kommen weitere Beschwerden hinzu? Und gibt es bestimmte Situationen, in denen es besonders häufig passiert?
In diesem Artikel erfährst du, was hinter Herzrasen in den Wechseljahren stecken kann, welche Auslöser eine Rolle spielen können und was du selbst tun kannst. Außerdem schauen wir uns an, wann es sinnvoll ist, die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen – denn gerade bei neu auftretendem Herzrasen sollte man nicht vorschnell davon ausgehen, dass allein die Wechseljahre dahinterstecken.
- Warum kann Herzrasen in den Wechseljahren auftreten?
- Wie kann sich Herzrasen in den Wechseljahren anfühlen?
- Was kann Herzrasen auslösen oder verstärken?
- Sind es wirklich die Wechseljahre – oder steckt etwas anderes dahinter?
- Was kannst du bei Herzrasen in den Wechseljahren selbst tun?
- Wann solltest du Herzrasen ärztlich abklären lassen?
- Wie wird die Ursache von Herzrasen untersucht?
- Können Hormone bei Herzrasen helfen?
- FAQ – Häufige Fragen zu Herzrasen in den Wechseljahren
- Fazit: Herzrasen nicht einfach auf die Wechseljahre schieben
Warum kann Herzrasen in den Wechseljahren auftreten?
Wenn das Herz plötzlich schneller oder kräftiger schlägt, denken viele Frauen zunächst nicht an die Wechseljahre. Tatsächlich können solche Veränderungen aber in dieser Lebensphase auftreten. Warum das so ist, lässt sich nicht immer auf eine einzige Ursache zurückführen. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren zusammen – darunter hormonelle Veränderungen, das Nervensystem, Stress und Beschwerden wie Hitzewallungen.
Welche Rolle Östrogen spielen kann
Während der Wechseljahre schwankt der Östrogenspiegel zunächst und sinkt im weiteren Verlauf. Östrogen wirkt nicht nur auf die Fortpflanzungsorgane, sondern beeinflusst verschiedene Vorgänge im Körper – unter anderem auch das Herz-Kreislauf-System und die Regulation der Blutgefäße.
Deshalb wird vermutet, dass die hormonelle Umstellung bei manchen Frauen dazu beitragen kann, dass sie ihren Herzschlag plötzlich stärker wahrnehmen oder zeitweise Herzklopfen beziehungsweise Herzrasen erleben. Der Zusammenhang ist allerdings nicht so einfach, dass man sagen könnte: Weniger Östrogen bedeutet automatisch Herzrasen.
Gerade deshalb ist es wichtig, neu auftretende Beschwerden nicht vorschnell allein den Hormonen zuzuschreiben.
Nervensystem und Stressreaktionen
Auch unser autonomes Nervensystem beeinflusst, wie schnell das Herz schlägt. Es steuert viele Körperfunktionen, über die wir nicht bewusst nachdenken müssen – darunter Herzschlag, Atmung und Blutdruck.
Stress, Anspannung oder Angst können dieses System aktivieren. Das Herz schlägt schneller und kräftiger, manchmal wird auch der Puls deutlicher wahrgenommen. Gerade wenn du ohnehin schlecht schläfst, dich erschöpft fühlst oder momentan viel Stress hast, können solche Reaktionen stärker auffallen.
Dabei kann ein unangenehmer Kreislauf entstehen: Du bemerkst plötzlich dein Herz, erschrickst darüber und wirst unruhig – und durch diese Anspannung schlägt das Herz möglicherweise noch schneller. Das bedeutet jedoch nicht, dass Herzrasen grundsätzlich „nur psychisch“ ist. Auch körperliche Ursachen können dahinterstecken.
Zusammenhang mit Hitzewallungen
Vielleicht kennst du eine Situation wie diese: Plötzlich wird dir heiß, dein Gesicht oder Oberkörper fühlt sich warm an, du beginnst zu schwitzen – und gleichzeitig merkst du, dass dein Herz schneller oder kräftiger schlägt.
Tatsächlich können Hitzewallungen in den Wechseljahren mit vorübergehenden Veränderungen der Herzfrequenz einhergehen. Beide Beschwerden hängen unter anderem mit Veränderungen der körpereigenen Temperatur- und Kreislaufregulation während der hormonellen Umstellung zusammen.
Wenn Herzrasen häufig zusammen mit einer Hitzewallung auftritt und anschließend wieder verschwindet, kann es deshalb sinnvoll sein, diesen Zusammenhang einmal bewusst zu beobachten. Trotzdem gilt auch hier: Nicht jedes Herzrasen während einer Hitzewallung wird automatisch durch die Wechseljahre verursacht. Vor allem neue, ausgeprägte oder wiederkehrende Beschwerden sollten nicht einfach als typisches Wechseljahressymptom abgetan werden.
Wie kann sich Herzrasen in den Wechseljahren anfühlen?
Herzrasen wird nicht von jeder Frau gleich wahrgenommen. Manche spüren plötzlich, dass ihr Herz deutlich schneller schlägt, andere nehmen vor allem ein starkes Pochen in der Brust wahr. Wieder andere beschreiben einzelne Aussetzer oder zusätzliche Herzschläge. Gerade wenn du solche Empfindungen früher nicht kanntest, können sie verständlicherweise verunsichern.
Dabei werden Begriffe wie Herzrasen, Herzklopfen und Herzstolpern im Alltag oft durcheinander verwendet. Sie beschreiben jedoch nicht ganz dasselbe.
Plötzlich schneller oder kräftiger Herzschlag
Bei Herzrasen hast du das Gefühl, dass dein Herz ungewöhnlich schnell schlägt. Es kann ganz plötzlich beginnen – manchmal in einer stressigen Situation oder während einer Hitzewallung, manchmal scheinbar ohne erkennbaren Anlass.
Ein kräftiger Herzschlag bedeutet dagegen nicht automatisch, dass dein Puls tatsächlich sehr schnell ist. Es kann auch sein, dass du deinen normalen Herzschlag einfach viel deutlicher wahrnimmst als sonst. Manche Frauen beschreiben dann ein starkes Pochen in der Brust oder sogar bis in den Hals.
Interessant ist deshalb nicht nur, wie sich dein Herzschlag anfühlt. Es kann hilfreich sein, darauf zu achten, wann die Beschwerden beginnen, wie lange sie anhalten und ob gleichzeitig beispielsweise Schwindel, Atemnot oder Schmerzen auftreten.
Herzklopfen und Herzstolpern
Von Herzklopfen spricht man meist dann, wenn der eigene Herzschlag plötzlich besonders deutlich wahrgenommen wird. Das Herz kann dabei schneller schlagen, muss es aber nicht.
Herzstolpern fühlt sich häufig anders an. Vielleicht hast du für einen kurzen Moment das Gefühl, dein Herz würde einen Schlag auslassen und anschließend besonders kräftig weiterschlagen. Dahinter können zum Beispiel zusätzliche Herzschläge – sogenannte Extrasystolen – stecken. Diese kommen auch bei gesunden Menschen vor und sind nicht automatisch gefährlich.
Trotzdem lässt sich allein anhand des Gefühls nicht sicher feststellen, was tatsächlich hinter einem ungewöhnlichen Herzschlag steckt. Neu auftretendes, häufiges oder deutlich zunehmendes Herzstolpern sollte deshalb ärztlich abgeklärt werden.
Herzrasen in der Nacht
Besonders unangenehm kann es sein, wenn das Herzrasen nachts auftritt. Du wachst plötzlich auf, liegst ruhig im Bett – und spürst dein Herz auf einmal sehr deutlich. Weil rundherum alles still ist und keine Ablenkung vorhanden ist, kann der eigene Herzschlag nachts zusätzlich stärker auffallen.
Auch nächtliche Hitzewallungen, Stress oder innere Unruhe können zeitlich mit einem schnelleren oder kräftigeren Herzschlag zusammenfallen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes nächtliche Herzrasen durch die Wechseljahre verursacht wird.
Wenn du nachts häufiger davon aufwachst, lohnt es sich deshalb, die Situationen genauer zu beobachten: Tritt gleichzeitig eine Hitzewallung auf? Hast du am Abend viel Kaffee oder Alkohol getrunken? War der Tag besonders stressig? Oder passiert es völlig unabhängig davon?
Solche Beobachtungen können später hilfreich sein, um mögliche Zusammenhänge zu erkennen – sie ersetzen aber keine medizinische Abklärung, wenn das Herzrasen neu, ausgeprägt oder wiederkehrend ist.
Was kann Herzrasen auslösen oder verstärken?
Manchmal tritt Herzrasen scheinbar ohne erkennbaren Grund auf. Bei anderen Frauen zeigt sich mit der Zeit ein Muster: nach einer besonders stressigen Phase, nach mehreren schlechten Nächten oder vielleicht nach dem zweiten Kaffee am Vormittag. Solche Zusammenhänge sind sehr individuell. Was bei einer Frau den Herzschlag spürbar beeinflusst, muss bei einer anderen überhaupt keine Beschwerden auslösen.
Deshalb kann es hilfreich sein, nicht sofort nach dem einen Auslöser zu suchen, sondern zunächst zu beobachten, in welchen Situationen das Herzrasen besonders häufig auftritt.
Stress und innere Unruhe
Stress kann unseren Herzschlag ganz unmittelbar beeinflussen. Gerät der Körper in Alarmbereitschaft, werden unter anderem Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet. Das Herz schlägt schneller und kräftiger, damit der Körper auf eine mögliche Belastung vorbereitet ist.
Dafür muss nicht einmal eine offensichtlich belastende Situation vorliegen. Dauernder Zeitdruck, Sorgen oder innere Anspannung können dazu führen, dass der Körper nur schwer zur Ruhe kommt.
Wenn du bemerkst, dass dein Herzrasen besonders in stressigen Phasen auftritt, kann dieser Zusammenhang interessant sein. Trotzdem sollte wiederkehrendes Herzrasen nicht automatisch mit Stress erklärt werden – vor allem dann nicht, wenn die Beschwerden neu sind oder weitere Symptome hinzukommen.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie das Stresshormon Cortisol mit anhaltendem Stress zusammenhängt, findest du dazu einen eigenen Artikel auf Naturavital24.
Kaffee, Alkohol und Nikotin
Koffein kann den Herzschlag beeinflussen und bei empfindlichen Menschen Herzklopfen oder einen schnelleren Puls begünstigen. Wie stark jemand darauf reagiert, ist jedoch sehr unterschiedlich. Manche Frauen trinken mehrere Tassen Kaffee, ohne etwas zu bemerken, während andere bereits nach einer kleinen Menge einen deutlich stärkeren Herzschlag wahrnehmen.
Auch Alkohol kann sich auf Herzfrequenz und Herzrhythmus auswirken. Besonders größere Mengen können bei manchen Menschen Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen begünstigen. Nikotin wiederum wirkt anregend auf das Herz-Kreislauf-System und kann Puls und Blutdruck vorübergehend erhöhen.
Das bedeutet nicht, dass du vorsorglich auf alles verzichten musst. Wenn du allerdings einen Zusammenhang vermutest, kannst du beobachten, ob das Herzrasen beispielsweise häufiger nach Kaffee, Alkohol oder Nikotin auftritt.
Schlafmangel und Erschöpfung
Eine schlechte Nacht allein führt nicht zwangsläufig zu Herzrasen. Dauerhafter Schlafmangel kann den Körper jedoch belasten und unter anderem die Regulation von Stressreaktionen und Herz-Kreislauf-Funktionen beeinflussen.
Gerade in den Wechseljahren können sich verschiedene Beschwerden gegenseitig verstärken: Du schläfst wegen nächtlicher Hitzewallungen schlecht, bist am nächsten Tag erschöpft und reagierst vielleicht empfindlicher auf Stress. Gleichzeitig greifst du möglicherweise häufiger zu Kaffee, um überhaupt durch den Tag zu kommen.
Wenn du ohnehin unter Schlafstörungen in den Wechseljahren leidest und gleichzeitig häufiger Herzklopfen oder Herzrasen bemerkst, lohnt es sich deshalb, beide Beschwerden gemeinsam zu betrachten.
Hitzewallungen und körperliche Belastung
Bei einer Hitzewallung kann sich nicht nur die Körpertemperatur plötzlich anders anfühlen. Manche Frauen nehmen gleichzeitig einen schnelleren oder kräftigeren Herzschlag wahr. Wenn du bereits festgestellt hast, dass deine Hitzewallungen in den Wechseljahren häufig zusammen mit Herzklopfen auftreten, kann es sinnvoll sein, Zeitpunkt und Verlauf einmal genauer zu beobachten.
Ein schnellerer Herzschlag bei körperlicher Belastung ist dagegen zunächst eine normale Reaktion des Körpers. Beim Treppensteigen, Radfahren oder Sport benötigen die Muskeln mehr Sauerstoff, weshalb das Herz schneller schlägt.
Auffällig wird es eher, wenn dein Herz bei einer Belastung plötzlich ungewöhnlich stark rast, die Reaktion nicht zur Anstrengung passt oder Beschwerden wie Brustschmerzen, deutliche Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht hinzukommen. Solche Beschwerden sollten nicht einfach den Wechseljahren zugeschrieben werden.
Sind es wirklich die Wechseljahre – oder steckt etwas anderes dahinter?
Wenn Herzrasen zum ersten Mal während der Wechseljahre auftritt, ist es verständlich, zunächst einen Zusammenhang mit der hormonellen Umstellung zu vermuten. Das kann durchaus eine Rolle spielen. Trotzdem sollte neu auftretendes Herzrasen nicht automatisch auf die Wechseljahre geschoben werden.
Ein schneller oder ungewöhnlich wahrgenommener Herzschlag kann viele verschiedene Ursachen haben. Manche davon sind vergleichsweise harmlos, andere sollten behandelt oder zumindest genauer untersucht werden.
So kann beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion dazu führen, dass das Herz schneller schlägt. Auch eine Blutarmut (Anämie) kann Herzklopfen oder einen erhöhten Puls begünstigen, weil der Körper versucht, die Sauerstoffversorgung aufrechtzuerhalten.
Manchmal sind auch Medikamente beteiligt. Bestimmte Arzneimittel können als Nebenwirkung den Herzschlag beeinflussen. Wenn das Herzrasen erst nach Beginn einer neuen Behandlung oder nach einer Veränderung der Dosierung aufgetreten ist, solltest du das deshalb beim Arzt oder in der Apotheke ansprechen. Verordnete Medikamente solltest du deswegen aber nicht eigenständig absetzen.
Auch Infekte, Fieber oder Flüssigkeitsmangel können den Puls beschleunigen. Gerade an heißen Tagen, beim Sport oder wenn du stark geschwitzt hast, lohnt es sich daher, auch darauf zu achten, ob du ausreichend getrunken hast.
Eine weitere mögliche Ursache sind Herzrhythmusstörungen. Dabei kann sich der Herzschlag beispielsweise sehr schnell, unregelmäßig oder stolpernd anfühlen. Ob tatsächlich eine Rhythmusstörung vorliegt, lässt sich anhand des eigenen Gefühls allerdings nicht zuverlässig beurteilen. Dafür kann eine medizinische Untersuchung, beispielsweise mit einem EKG, notwendig sein.
Das alles bedeutet nicht, dass hinter Herzrasen gleich eine Erkrankung stecken muss. Es bedeutet vielmehr: Wenn dein Herz plötzlich etwas macht, das du so bisher nicht kennst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Besonders bei neuem, wiederkehrendem oder stärker werdendem Herzrasen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, statt die Beschwerden allein mit den Wechseljahren zu erklären.
Was kannst du bei Herzrasen in den Wechseljahren selbst tun?
Wenn dein Herz plötzlich schneller schlägt, möchtest du wahrscheinlich vor allem eines: dass es möglichst schnell wieder aufhört. Was sinnvoll ist, hängt allerdings davon ab, warum das Herzrasen auftritt. Gerade bei neuem oder ungewohntem Herzrasen sollte deshalb zunächst geklärt werden, ob eine körperliche Ursache dahintersteckt.
Wenn medizinisch nichts Auffälliges gefunden wurde oder du bereits weißt, dass Stress, Schlafmangel oder bestimmte Alltagssituationen bei dir eine Rolle spielen, kannst du selbst einiges tun. Dabei geht es weniger um ein schnelles „Mittel gegen Herzrasen“, sondern darum, deinen Körper besser kennenzulernen und mögliche Auslöser zu reduzieren.
Ruhe bewahren und bewusst atmen
Ein plötzlich stark wahrnehmbarer Herzschlag kann Angst machen. Und genau diese Angst kann wiederum dazu führen, dass dein Körper noch stärker in Alarmbereitschaft gerät und das Herz schneller schlägt.
Wenn du merkst, dass du dich in einer solchen Situation immer weiter hineinsteigerst, kann es angenehm sein, dich hinzusetzen und ruhig zu atmen. Versuche nicht, besonders tief oder schnell zu atmen. Oft reicht es schon, den Atem bewusst etwas ruhiger werden zu lassen und dich auf ein langsames Ausatmen zu konzentrieren.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Bewusstes Atmen kann helfen, Anspannung und Unruhe zu reduzieren. Es behandelt aber keine Herzrhythmusstörung und ersetzt keine medizinische Untersuchung.
Persönliche Auslöser beobachten
Bei wiederkehrenden Beschwerden kann ein kleines Tagebuch überraschend hilfreich sein. Notiere für einige Zeit, wann das Herzrasen auftritt und was unmittelbar davor passiert ist.
Du könntest beispielsweise festhalten:
- Uhrzeit und ungefähre Dauer
- ob du gerade ruhig warst oder dich körperlich belastet hast
- Kaffee oder Alkohol
- eine Hitzewallung
- Stress oder Aufregung
- eine besonders schlechte Nacht
- begleitende Beschwerden wie Schwindel, Atemnot oder Brustschmerzen
Wenn du deinen Puls messen kannst, kannst du auch diesen Wert notieren. Solche Aufzeichnungen helfen nicht nur dir dabei, mögliche Muster zu erkennen. Sie können auch für ein ärztliches Gespräch nützlich sein.
Ausreichend trinken
Auch Flüssigkeitsmangel kann dazu führen, dass der Puls schneller wird. Das kann beispielsweise an heißen Tagen, bei körperlicher Aktivität, bei Fieber oder nach starkem Schwitzen eine Rolle spielen.
Deshalb ist es sinnvoll, über den Tag regelmäßig zu trinken und nicht erst dann, wenn du bereits starken Durst hast. Wasser und ungesüßte Getränke sind dafür eine einfache Möglichkeit.
Mehr zu trinken ist allerdings kein allgemeines Mittel gegen Herzrasen. Wenn du ausreichend mit Flüssigkeit versorgt bist und trotzdem immer wieder Herzrasen bekommst, sollte nach anderen möglichen Ursachen gesucht werden.
Regelmäßige Bewegung
Regelmäßige Bewegung gehört zu den besten Dingen, die du langfristig für dein Herz-Kreislauf-System tun kannst. Dafür brauchst du kein extremes Trainingsprogramm. Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen oder andere Aktivitäten, die zu deiner Fitness und deinem Gesundheitszustand passen, können bereits wertvoll sein.
Auch Krafttraining kann gerade ab 50 sinnvoll sein, weil es dabei hilft, Muskulatur und körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten.
Während Bewegung schneller zu atmen und einen höheren Puls zu haben, ist zunächst völlig normal. Dein Herz muss bei Belastung mehr leisten. Anders sieht es aus, wenn bereits bei geringer Belastung ungewöhnlich starkes Herzrasen auftritt oder Schwindel, Brustschmerzen, deutliche Atemnot oder andere ungewöhnliche Beschwerden dazukommen. Dann solltest du das ärztlich abklären lassen.
Stress und Schlaf nicht unterschätzen
Stress und schlechter Schlaf treten in den Wechseljahren häufig nicht isoliert auf. Vielleicht schläfst du wegen einer Hitzewallung schlecht, bist am nächsten Tag erschöpft, trinkst mehr Kaffee und reagierst gleichzeitig empfindlicher auf Belastungen. So können mehrere kleine Faktoren zusammenkommen.
Deshalb lohnt es sich, nicht nur das Herzrasen selbst zu betrachten. Regelmäßige Pausen, Bewegung, ausreichend Erholung und eine möglichst verlässliche Schlafroutine können dabei helfen, die allgemeine Belastung des Körpers zu reduzieren.
Wenn du bereits unter Schlafstörungen in den Wechseljahren leidest, kann es sinnvoll sein, auch dort anzusetzen. Und wenn du merkst, dass dauernder Stress und innere Anspannung deinen Alltag bestimmen, solltest du auch diese Belastung ernst nehmen.
Das Ziel ist nicht, jede Stresssituation aus deinem Leben zu verbannen. Viel hilfreicher ist es, herauszufinden, welche Faktoren bei dir persönlich mit dem Herzrasen zusammenhängen – und genau dort anzusetzen, wo du tatsächlich etwas verändern kannst.
Wann solltest du Herzrasen ärztlich abklären lassen?
Herzrasen bedeutet nicht automatisch, dass mit deinem Herzen etwas nicht stimmt. Der Puls kann sich aus vielen Gründen vorübergehend beschleunigen – zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung, Aufregung oder Stress. Trotzdem solltest du Veränderungen deines Herzschlags ernst nehmen, besonders wenn sie neu auftreten und du sie von dir bisher nicht kennst.
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn das Herzrasen immer wieder auftritt, häufiger oder stärker wird oder über längere Zeit anhält. Das gilt auch, wenn dein Herz sehr schnell schlägt oder du den Eindruck hast, dass der Herzschlag deutlich unregelmäßig ist.
Achte besonders darauf, ob während des Herzrasens weitere Beschwerden auftreten. Dazu gehören beispielsweise:
- Schwindel oder Benommenheit
- Ohnmacht oder das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden
- ungewöhnliche Atemnot
- Schmerzen, Druck oder Engegefühl im Brustkorb
- starke Schwäche oder ein plötzlich deutlich schlechteres Allgemeinbefinden
In solchen Situationen sollte nicht einfach davon ausgegangen werden, dass die Wechseljahre die Ursache sind.
Bei starken oder plötzlich auftretenden Brustschmerzen beziehungsweise einem starken Druck- oder Engegefühl im Brustkorb, schwerer Atemnot oder Bewusstlosigkeit solltest du sofort medizinische Hilfe holen und den Notruf 112 wählen. Auch Beschwerden, die auf einen akuten Herz-Kreislauf-Notfall hindeuten könnten, sind kein Fall zum Abwarten.
Wenn das Herzrasen dagegen immer wieder auftritt, ohne dass eine akute Notfallsituation besteht, vereinbare einen Termin zur ärztlichen Abklärung. Dabei kann untersucht werden, ob tatsächlich eine Herzrhythmusstörung vorliegt oder möglicherweise etwas anderes hinter den Beschwerden steckt.
Gerade in den Wechseljahren ist diese Unterscheidung wichtig: Die hormonelle Umstellung kann eine Rolle spielen – sie sollte aber nicht zur Erklärung für jedes neu auftretende Herzrasen werden.
Wie wird die Ursache von Herzrasen untersucht?
Wenn du wegen Herzrasen zum Arzt gehst, ist zunächst wichtig, wann die Beschwerden auftreten, wie lange sie dauern und ob weitere Symptome dazukommen. Deshalb kann es hilfreich sein, solche Beobachtungen vorher kurz zu notieren.
Je nach Beschwerden können anschließend zum Beispiel Puls und Blutdruck kontrolliert und ein EKG geschrieben werden. Da Herzrasen manchmal nur gelegentlich auftritt, kann in manchen Fällen auch ein Langzeit-EKG sinnvoll sein.
Zusätzlich können Blutuntersuchungen infrage kommen, etwa um mögliche andere Ursachen wie eine Schilddrüsenstörung oder eine Blutarmut zu erkennen.
Welche Untersuchungen tatsächlich notwendig sind, hängt immer von der persönlichen Situation und den Beschwerden ab. Das entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell.
Können Hormone bei Herzrasen helfen?
Wenn Herzrasen zusammen mit anderen Beschwerden der Wechseljahre auftritt, können die hormonellen Veränderungen bei der ärztlichen Beurteilung eine Rolle spielen. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Hormonersatztherapie (HRT) automatisch die richtige Behandlung gegen Herzrasen ist.
Eine HRT wird vor allem zur Behandlung belastender Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Ob sie im individuellen Fall infrage kommt, hängt von den persönlichen Beschwerden, möglichen Risiken und der gesundheitlichen Vorgeschichte ab.
Herzrasen sollte deshalb nicht auf eigene Faust mit Hormonen behandelt werden. Wenn du neben Herzrasen beispielsweise unter starken Hitzewallungen, Schlafproblemen oder anderen Wechseljahresbeschwerden leidest, kannst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen, welche Behandlungsmöglichkeiten für dich persönlich sinnvoll sind.
FAQ – Häufige Fragen zu Herzrasen in den Wechseljahren
Fazit: Herzrasen nicht einfach auf die Wechseljahre schieben
Wenn dein Herz plötzlich schneller oder kräftiger schlägt und du dieses Gefühl früher nicht kanntest, kann das erst einmal verunsichern. Gerade wenn gleichzeitig Hitzewallungen, Schlafprobleme oder andere typische Beschwerden auftreten, liegt der Gedanke nahe, dass die Wechseljahre dahinterstecken.
Die hormonelle Umstellung kann bei Herzklopfen und Herzrasen eine Rolle spielen. Trotzdem ist es wichtig, nicht jedes auffällige Herzklopfen automatisch den Hormonen zuzuschreiben. Stress, Schlafmangel, bestimmte Medikamente, eine Schilddrüsenstörung, Blutarmut oder Herzrhythmusstörungen sind nur einige der anderen möglichen Erklärungen.
Mein wichtigster Rat ist deshalb: Beobachte deinen Körper, ohne dich bei jedem schnelleren Herzschlag verrückt zu machen. Wenn das Herzrasen neu ist, immer wieder auftritt, stärker wird oder dir einfach ungewöhnlich vorkommt, lass es ärztlich abklären. So weißt du, woran du bist, und kannst anschließend viel gezielter entscheiden, was dir tatsächlich guttut.
Kostenlos für dich: Die 7 größten Gesundheitsirrtümer von Frauen ab 50
Gesundheit ab 50 bedeutet nicht, jedes neue Symptom einfach hinzunehmen. Oft hilft es schon, den eigenen Körper besser zu verstehen und zu wissen, worauf es jetzt besonders ankommt.
In unserem kostenlosen E-Book zeigen wir dir 7 verbreitete Gesundheitsirrtümer von Frauen ab 50 und erklären verständlich, was wirklich dahintersteckt.
→ Kostenloses E-Book herunterladen
Das könnte dich auch interessieren
- Hitzewallungen in den Wechseljahren: Was wirklich hilft
- Schlafstörungen in den Wechseljahren: Was wirklich hilft
- Wechseljahre ab 50: Was sich jetzt in deinem Körper verändert
- Gewichtszunahme in den Wechseljahren: Was wirklich hilft
(Alle Angaben ohne Gewähr! Haftungsausschluss)
