Gelenkschmerzen in den Wechseljahren: Warum sie plötzlich auftreten können

Plötzlich fühlen sich morgens die Finger steif an, beim Aufstehen schmerzen die Knie oder die Hüfte macht sich bei Bewegungen bemerkbar, die früher völlig selbstverständlich waren. Wenn solche Beschwerden ausgerechnet während der Wechseljahre beginnen, liegt die Frage nahe: Können Gelenkschmerzen in den Wechseljahren tatsächlich mit der hormonellen Umstellung zusammenhängen?

Ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht. Viele Frauen berichten in dieser Lebensphase über neu auftretende oder stärker wahrgenommene Beschwerden an Gelenken, Muskeln und Sehnen. Gleichzeitig verändert sich während der Wechseljahre der Hormonhaushalt – insbesondere der Östrogenspiegel. Östrogen wirkt an vielen Stellen im Körper und kann unter anderem Prozesse beeinflussen, die für Knochen, Muskeln, Gelenke und unser Schmerzempfinden eine Rolle spielen.

Trotzdem wäre es zu einfach, jeden schmerzenden Rücken oder jedes steife Knie ab 50 automatisch den Hormonen zuzuschreiben. Gelenkschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Verschleißerscheinungen wie Arthrose, Überlastungen oder entzündliche Erkrankungen können ebenfalls dahinterstecken und sollten nicht übersehen werden.

In diesem Ratgeber schauen wir deshalb genauer hin: Du erfährst, warum Gelenkschmerzen während der Wechseljahre auftreten können, welche anderen Ursachen infrage kommen und was du selbst für deine Gelenke und Muskeln tun kannst. Außerdem klären wir, welche Rolle Bewegung, Krafttraining und Ernährung spielen, wie sinnvoll Nahrungsergänzungsmittel sind und wann du Gelenkbeschwerden besser ärztlich abklären lassen solltest.

Denn gerade bei Gelenkschmerzen ist es sinnvoll, nicht einfach nur die Beschwerden hinzunehmen, sondern herauszufinden, was dein Körper dir damit möglicherweise sagen möchte.

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Warum können Gelenkschmerzen in den Wechseljahren auftreten?

Vielleicht kennst du das: Früher bist du morgens einfach aufgestanden und in den Tag gestartet. Heute brauchen Knie, Hüfte oder Rücken erst einmal ein paar Minuten, bis sich alles wieder „eingelaufen“ hat. Oder deine Finger fühlen sich plötzlich steif an, obwohl du solche Beschwerden früher kaum kanntest.

Wenn das ausgerechnet während der Wechseljahre beginnt, liegt der Verdacht nahe, dass die Hormone dahinterstecken. Tatsächlich berichten viele Frauen in dieser Lebensphase über Beschwerden an Gelenken und Muskeln. Die hormonelle Umstellung kann dabei eine Rolle spielen – sie ist aber nur ein Teil der möglichen Erklärung.

Welche Rolle Östrogen spielen kann

Östrogen verbinden wir meistens zuerst mit Zyklus und Fruchtbarkeit. Das Hormon hat jedoch zahlreiche weitere Aufgaben und wirkt unter anderem auf Knochen, Muskeln und verschiedene Gewebe im Bewegungsapparat.

Während der Wechseljahre schwankt der Östrogenspiegel zunächst und nimmt schließlich deutlich ab. Diese Veränderung kann dazu beitragen, dass sich der Körper anders anfühlt als früher und Beschwerden an Muskeln und Gelenken stärker wahrgenommen werden.

Das bedeutet allerdings nicht: Weniger Östrogen führt automatisch zu Gelenkschmerzen. Dafür sind die Zusammenhänge zu komplex. Manche Frauen haben während der Wechseljahre deutliche Beschwerden, andere überhaupt nicht.

Wenn deine Gelenke plötzlich schmerzen, lohnt es sich deshalb, nicht ausschließlich die Hormone dafür verantwortlich zu machen.

Entzündungen und Schmerzempfinden

Östrogen beeinflusst auch Prozesse, die mit Entzündungsreaktionen und der Verarbeitung von Schmerzen zusammenhängen. Wenn sich der Hormonhaushalt verändert, könnte das mit erklären, warum manche Frauen während der Wechseljahre Schmerzen anders oder stärker wahrnehmen.

Dabei ist eine wichtige Unterscheidung nötig: Das bedeutet nicht, dass hinter Gelenkschmerzen in den Wechseljahren automatisch eine Entzündung steckt.

Ein schmerzendes Knie kann beispielsweise durch Überlastung oder Arthrose entstehen, während Beschwerden an mehreren Gelenken auch ganz andere Ursachen haben können. Gerade wenn Gelenke zusätzlich geschwollen, gerötet oder deutlich überwärmt sind, sollte deshalb genauer hingeschaut werden.

Muskeln, Sehnen und Gelenke verändern sich mit dem Alter

Parallel zu den Wechseljahren passiert noch etwas, das leicht vergessen wird: Auch unser Bewegungsapparat verändert sich mit zunehmendem Alter.

Muskelmasse und Muskelkraft können nach und nach abnehmen, besonders wenn wir unsere Muskeln nicht regelmäßig fordern. Sehnen und andere Strukturen verändern sich ebenfalls, und Verschleißerscheinungen an Gelenken werden mit zunehmendem Alter häufiger.

Das kann sich im Alltag bemerkbar machen. Vielleicht fällt das Aufstehen nach langem Sitzen schwerer, die Knie melden sich beim Treppensteigen oder der Rücken reagiert empfindlicher auf einen langen Tag am Schreibtisch.

Genau deshalb ist es manchmal schwierig zu sagen: „Das sind die Wechseljahre.“ Häufig kommen mehrere Dinge zusammen – hormonelle Veränderungen, das Älterwerden, die bisherige Belastung der Gelenke, Bewegung und individuelle gesundheitliche Faktoren.

Die gute Nachricht ist, dass du einigen dieser Faktoren durchaus etwas entgegensetzen kannst. Vor allem regelmäßige Bewegung und der Erhalt deiner Muskulatur werden später noch eine wichtige Rolle spielen.

Zunächst schauen wir uns aber an, an welchen Körperstellen solche Beschwerden auftreten können und wie sie sich bemerkbar machen.

Wo treten Gelenkschmerzen in den Wechseljahren besonders häufig auf?

Gelenkbeschwerden können sich ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Bei der einen sind es morgens die Finger, bei der nächsten melden sich plötzlich die Knie beim Treppensteigen und wieder eine andere spürt vor allem Schultern oder Rücken.

Dabei ist wichtig: Es gibt nicht das eine typische „Wechseljahres-Gelenk“. Wenn Beschwerden in dieser Lebensphase auftreten, können hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen – genauso können aber altersbedingte Veränderungen, Überlastung, Bewegungsmangel oder Erkrankungen dahinterstecken.

Finger und Hände

Vielleicht merkst du es morgens als Erstes: Die Finger fühlen sich steif an und brauchen eine Weile, bis sie wieder richtig beweglich sind. Manchmal fällt das Öffnen eines Schraubglases schwerer oder die Hände fühlen sich nach längerer Ruhe einfach ungewohnt an.

Solche Beschwerden können während der Wechseljahre auftreten, sollten aber nicht automatisch auf die Hormone geschoben werden. Gerade Hände und Finger können beispielsweise auch von Arthrose oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen sein.

Vor allem wenn einzelne Gelenke deutlich anschwellen, warm oder gerötet sind oder die Morgensteifigkeit länger anhält, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Knie und Hüfte

Knie und Hüfte tragen uns jeden Tag durchs Leben – und irgendwann können sie sich deutlicher bemerkbar machen.

Vielleicht spürst du deine Knie beim Treppensteigen, nach einem längeren Spaziergang oder wenn du nach längerem Sitzen wieder aufstehst. Auch die Hüfte kann sich steif anfühlen oder bei bestimmten Bewegungen schmerzen.

Hier kommen häufig mehrere Faktoren zusammen. Mit zunehmendem Alter werden Verschleißerscheinungen wie Arthrose wahrscheinlicher. Gleichzeitig kann weniger Muskelkraft dazu führen, dass Gelenke bei alltäglichen Bewegungen weniger gut unterstützt werden.

Auch eine Gewichtszunahme kann besonders die tragenden Gelenke zusätzlich belasten. Das bedeutet nicht, dass ein paar Kilo mehr zwangsläufig Gelenkschmerzen verursachen. Es ist lediglich einer von mehreren Faktoren, die eine Rolle spielen können.

Schultern, Nacken und Rücken

Nicht jede Beschwerde, die wir als „Gelenkschmerz“ wahrnehmen, kommt tatsächlich direkt aus einem Gelenk. Gerade im Bereich von Schultern, Nacken und Rücken können auch Muskeln, Sehnen und andere Strukturen beteiligt sein.

Langes Sitzen, wenig Bewegung, einseitige Belastungen oder verspannte Muskeln können dazu führen, dass sich dieser Bereich schmerzhaft oder unbeweglich anfühlt. Und manchmal merkt man erst in dieser Lebensphase, dass der Körper längere Ruhephasen oder ungewohnte Belastungen nicht mehr ganz so problemlos wegsteckt wie früher.

Wenn du also während der Wechseljahre plötzlich häufiger Beschwerden an Händen, Knien, Hüfte, Schultern oder Rücken bemerkst, kann die hormonelle Umstellung ein Teil des Gesamtbildes sein. Sie erklärt jedoch nicht automatisch jeden Schmerz.

Umso hilfreicher ist es, genauer darauf zu achten, wie sich die Beschwerden eigentlich anfühlen und wann sie auftreten. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Wie fühlen sich die Beschwerden an?

Gelenkbeschwerden sind nicht bei jeder Frau gleich. Manchmal ist es ein dumpfes Ziehen, manchmal fühlt sich ein Gelenk einfach steif und unbeweglich an. Bei anderen treten die Schmerzen erst bei bestimmten Bewegungen auf.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur darauf zu achten, wo es wehtut, sondern auch wann. Tritt der Schmerz morgens auf? Nach längerem Sitzen? Erst beim Treppensteigen oder nach einem Spaziergang? Solche Beobachtungen können wichtige Hinweise darauf geben, was hinter den Beschwerden stecken könnte.

Steife Gelenke am Morgen

Du wachst auf, stehst aus dem Bett und hast das Gefühl, dein Körper müsste erst einmal in Gang kommen. Die Finger lassen sich nicht sofort so leicht bewegen, die Knie fühlen sich steif an oder der Rücken braucht einige Minuten, bis Bewegungen wieder angenehmer werden.

Eine gewisse Steifigkeit nach der Nachtruhe kann verschiedene Ursachen haben. Interessant ist vor allem, wie lange sie anhält und ob weitere Beschwerden dazukommen.

Wenn die Gelenke nach einigen Bewegungen schnell wieder lockerer werden, ist das etwas anderes als eine ausgeprägte Morgensteifigkeit, die längere Zeit bestehen bleibt. Besonders wenn zusätzlich Gelenke geschwollen oder warm sind, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Schmerzen nach Ruhephasen

Nicht nur morgens können sich Gelenke bemerkbar machen. Vielleicht kennst du es nach einem gemütlichen Abend auf dem Sofa oder einer längeren Autofahrt: Beim Aufstehen sind die ersten Schritte unangenehm und alles fühlt sich ein wenig eingerostet an. Nach kurzer Bewegung wird es dann häufig leichter.

Solche sogenannten Anlaufschmerzen können beispielsweise bei Verschleißerscheinungen wie Arthrose vorkommen. Deshalb sollten auch Beschwerden, die während der Wechseljahre beginnen, nicht vorschnell als reine Hormonbeschwerden eingeordnet werden.

Beobachte ruhig einmal, ob dir Bewegung guttut oder ob die Schmerzen dadurch eher stärker werden. Auch das kann bei der späteren Ursachenklärung hilfreich sein.

Schmerzen bei Bewegung und Belastung

Manche Beschwerden zeigen sich dagegen erst, wenn das Gelenk gefordert wird. Die Knie schmerzen beim Treppensteigen, die Hüfte meldet sich nach einem längeren Spaziergang oder die Schulter tut weh, wenn du den Arm über den Kopf hebst.

Auch hier gibt es nicht die eine Erklärung. Überlastung, Veränderungen an Muskeln oder Sehnen, Arthrose, frühere Verletzungen oder andere Erkrankungen können eine Rolle spielen.

Und genau deshalb ist die Frage „Wann tut es weh?“ so wichtig.

Du musst daraus natürlich keine eigene Diagnose ableiten. Aber wenn du ein paar Tage beobachtest, wann die Beschwerden auftreten, wie lange sie dauern, welche Bewegungen sie auslösen und was sie verbessert oder verschlechtert, kannst du deinen Körper besser einschätzen. Diese Informationen sind auch hilfreich, falls du die Beschwerden ärztlich abklären lässt.

Denn obwohl Gelenkschmerzen zeitlich mit den Wechseljahren zusammenfallen können, sollten wir uns immer auch die Frage stellen: Sind tatsächlich die Wechseljahre beteiligt – oder könnte etwas anderes dahinterstecken?

Sind es wirklich die Wechseljahre – oder steckt etwas anderes dahinter?

Wenn Gelenkschmerzen ungefähr zur gleichen Zeit beginnen wie Hitzewallungen, Schlafprobleme oder andere typische Veränderungen der Wechseljahre, ist der Gedanke schnell da: Das sind bestimmt die Hormone.

Das kann durchaus eine Rolle spielen. Trotzdem sollten wir es uns nicht zu einfach machen. Denn gerade ab 50 treten auch Beschwerden häufiger auf, die nichts oder nicht ausschließlich mit den Wechseljahren zu tun haben.

Eine mögliche Ursache ist zum Beispiel Arthrose. Dabei verändert sich das Gelenk im Laufe der Zeit, und Beschwerden können sich unter anderem bei Belastung oder nach längeren Ruhephasen bemerkbar machen. Häufig sind beispielsweise Knie, Hüfte oder Hände betroffen. Arthrose ist jedoch keine Wechseljahreserkrankung – auch wenn erste Beschwerden zufällig in diese Lebensphase fallen können.

Etwas anderes sind entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Hier kann das Immunsystem an den Beschwerden beteiligt sein. Hinweise können beispielsweise länger anhaltende Morgensteifigkeit, geschwollene oder überwärmte Gelenke und Beschwerden an mehreren Gelenken sein. Solche Symptome gehören ärztlich abgeklärt und sollten nicht einfach als Begleiterscheinung der Wechseljahre abgetan werden.

Manchmal steckt aber auch etwas viel Alltäglicheres dahinter. Vielleicht hast du im Garten ungewohnt viel gearbeitet, beim Sport zu schnell gesteigert, einen schweren Gegenstand getragen oder über Wochen immer wieder dieselbe Bewegung ausgeführt. Muskeln, Sehnen und Gelenke können auf Überlastungen reagieren, ohne dass die Hormone die eigentliche Ursache sind.

Auch frühere Verletzungen können sich später wieder bemerkbar machen. Ein Knie, das vor Jahren verletzt wurde, oder eine alte Schulterverletzung kann irgendwann erneut Probleme bereiten.

Entscheidend ist deshalb nicht, selbst herauszufinden, welche Diagnose hinter deinen Beschwerden steckt. Viel wichtiger ist, Veränderungen ernst zu nehmen und genauer hinzuschauen.

Sind die Schmerzen neu? Werden sie stärker? Ist ein Gelenk geschwollen oder warm? Hast du morgens lange Schwierigkeiten, richtig in Bewegung zu kommen? Schränkt dich der Schmerz zunehmend im Alltag ein?

Dann solltest du die Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Und selbst wenn die hormonelle Umstellung tatsächlich einen Anteil an deinen Gelenkbeschwerden hat, bedeutet das nicht, dass du einfach abwarten musst. Es gibt einiges, was du selbst tun kannst, um Muskeln, Beweglichkeit und Gelenkfunktion zu unterstützen.

Was kannst du gegen Gelenkschmerzen in den Wechseljahren tun?

Wenn die Gelenke schmerzen, ist der erste Impuls oft, sie möglichst wenig zu belasten. Schließlich möchte man nichts verschlimmern. Auf Dauer ist vollständige Schonung jedoch meistens nicht die beste Lösung. Gelenke brauchen Bewegung und Muskeln brauchen Belastung, damit sie ihre Funktion möglichst gut erhalten können.

Dabei geht es nicht darum, Schmerzen zu ignorieren oder sich durch ein anstrengendes Trainingsprogramm zu quälen. Viel wichtiger ist, herauszufinden, welche Bewegung dir guttut und wie viel Belastung dein Körper im Moment verträgt.

In Bewegung bleiben

Du musst keinen Sportmarathon starten. Schon regelmäßige Bewegung im Alltag kann einen Unterschied machen.

Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen oder einfache Beweglichkeitsübungen sind Möglichkeiten, den Körper regelmäßig in Bewegung zu bringen. Auch kleine Dinge zählen: öfter zu Fuß gehen, eine zusätzliche Runde mit dem Hund drehen oder nach längerem Sitzen aufstehen und sich ein paar Minuten bewegen.

Vielleicht stellst du sogar fest, dass sich deine Gelenke nach etwas Bewegung angenehmer anfühlen als direkt nach einer längeren Ruhephase.

Wichtig ist aber auch hier, auf deinen Körper zu achten. Bewegung darf anstrengend sein, sollte bestehende Beschwerden jedoch nicht dauerhaft deutlich verschlechtern.

Muskeln gezielt kräftigen

Beweglichkeit allein reicht nicht. Gerade mit zunehmendem Alter wird es immer wichtiger, auch die Muskulatur zu erhalten.

Kräftige Muskeln unterstützen unseren Bewegungsapparat und helfen uns bei alltäglichen Dingen wie Aufstehen, Treppensteigen, Tragen oder längeren Spaziergängen. Deshalb ist regelmäßiges Krafttraining auch für Frauen ab 50 sinnvoll.

Dafür brauchst du nicht unbedingt ein Fitnessstudio. Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Widerstandsbändern oder leichten Gewichten können bereits Möglichkeiten sein, deine Muskulatur gezielt zu fordern.

Entscheidend ist die Regelmäßigkeit – und dass die Übungen zu deinem persönlichen Fitnesszustand und möglichen Beschwerden passen.

Belastung langsam steigern

Gerade wenn du längere Zeit wenig Sport gemacht hast, solltest du nicht versuchen, innerhalb weniger Tage alles nachzuholen.

Ein typischer Fehler ist, hochmotiviert zu beginnen und den Körper sofort deutlich stärker zu belasten als gewohnt. Das kann Muskeln, Sehnen und Gelenke überfordern.

Besser ist es, klein anzufangen und die Belastung nach und nach zu steigern. Aus einem kurzen Spaziergang kann mit der Zeit eine längere Runde werden. Beim Krafttraining können zunächst wenige Wiederholungen oder leichte Widerstände ausreichen.

Treten während einer Übung starke Schmerzen auf oder werden bestehende Beschwerden anschließend deutlich schlimmer, solltest du nicht einfach weitermachen. Dann kann es sinnvoll sein, die Ursache abklären und sich beispielsweise physiotherapeutisch oder ärztlich beraten zu lassen.

Gewicht und Gelenkbelastung

Viele Frauen bemerken während der Wechseljahre, dass sich ihr Gewicht oder ihre Körperzusammensetzung verändert. Besonders am Bauch kann sich plötzlich mehr Fett ansammeln, obwohl sich an der Ernährung scheinbar gar nicht viel geändert hat.

Mehr Körpergewicht kann die Belastung bestimmter tragender Gelenke – beispielsweise der Knie – erhöhen. Das bedeutet aber nicht, dass jede Frau mit ein paar zusätzlichen Kilos Gelenkschmerzen bekommen wird oder dass Abnehmen automatisch alle Beschwerden verschwinden lässt.

Es ist ein möglicher Faktor unter mehreren.

Wenn du während der Wechseljahre zugenommen hast, sind radikale Diäten deshalb nicht die Lösung. Sinnvoller ist es, Ernährung, Bewegung, Muskelaufbau und Schlaf gemeinsam zu betrachten.

Wärme oder Kälte ausprobieren

Manchmal braucht es gar keine komplizierte Maßnahme, um sich kurzfristig etwas wohler zu fühlen.

Bei verspannten Muskeln oder einem Gefühl von Steifigkeit empfinden manche Menschen Wärme als angenehm – beispielsweise eine Wärmflasche, ein warmes Bad oder ein Wärmekissen.

Bei einer akuten Reizung oder nach einer Belastung kann dagegen Kälte angenehmer sein. Dabei sollte ein Kühlpack nicht direkt auf die nackte Haut gelegt werden.

Was besser ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Wärme und Kälte behandeln außerdem nicht automatisch die Ursache der Gelenkschmerzen. Sie können in bestimmten Situationen lediglich helfen, Beschwerden vorübergehend angenehmer zu machen.

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Mein Tipp: Das Kissen eignet sich gut für eine kleine Wärmepause zu Hause. Wärme kann sich wohltuend anfühlen, ersetzt bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden aber keine Abklärung der Ursache.

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Und wenn du merkst, dass deine Gelenke regelmäßig Probleme machen, lohnt sich neben der Bewegung auch ein Blick auf deine Ernährung. Denn besonders für den Erhalt von Muskeln und Knochen spielt eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen eine wichtige Rolle.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Wenn die Gelenke schmerzen, ist die Hoffnung verständlich, mit bestimmten Lebensmitteln möglichst schnell etwas dagegen tun zu können. Im Internet findet man entsprechend viele Empfehlungen für eine angeblich „entzündungshemmende“ oder sogar „gelenkheilende“ Ernährung.

So einfach ist es leider nicht. Es gibt keine spezielle Wechseljahres-Diät, die Gelenkschmerzen zuverlässig verschwinden lässt. Trotzdem ist Ernährung wichtig. Sie versorgt deinen Körper mit den Nährstoffen, die er unter anderem für Muskeln und Knochen benötigt, und kann damit ein Baustein eines insgesamt gesunden Lebensstils sein.

Ausgewogen und abwechslungsreich essen

Du musst deinen Speiseplan nicht komplett umstellen, nur weil deine Gelenke plötzlich Probleme machen. Viel sinnvoller ist eine Ernährung, die du langfristig durchhalten kannst und bei der möglichst viele wenig verarbeitete Lebensmittel auf dem Teller landen.

Dazu gehören zum Beispiel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie passende Eiweißquellen. Auch hochwertige pflanzliche Öle können regelmäßig dazugehören.

Statt einzelne Lebensmittel zu „Wundermitteln“ zu erklären, lohnt es sich also eher, die Ernährung als Ganzes zu betrachten.

Und Genuss darf dabei weiterhin dazugehören. Eine gesunde Ernährung muss nicht perfekt sein, um deinem Körper etwas Gutes zu tun.

Eiweiß für den Erhalt der Muskulatur

Gerade ab 50 verdient Eiweiß etwas mehr Aufmerksamkeit. Denn mit zunehmendem Alter kann Muskelmasse verloren gehen – insbesondere dann, wenn die Muskulatur wenig beansprucht wird.

Eiweiß liefert dem Körper die notwendigen Aminosäuren zum Aufbau und Erhalt von Körpergewebe. Gute Eiweißquellen sind beispielsweise Eier, Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse und Samen.

Dabei müssen nicht riesige Mengen Eiweiß auf einmal gegessen werden. Praktischer kann es sein, über den Tag verteilt bei den Mahlzeiten an eine Eiweißquelle zu denken.

Besonders sinnvoll wird das in Kombination mit dem Krafttraining, über das wir im vorherigen Abschnitt gesprochen haben. Denn allein durch mehr Eiweiß entstehen keine kräftigen Muskeln – die Muskulatur braucht auch einen entsprechenden Trainingsreiz.

Omega-3-Fettsäuren und andere Nährstoffe

Omega-3-Fettsäuren werden häufig genannt, wenn es um Entzündungen und Gelenkbeschwerden geht. Besonders die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA finden sich vor allem in fettreichen Seefischen wie Lachs, Hering oder Makrele. Pflanzliche Lebensmittel wie Walnüsse, Lein- und Chiasamen liefern dagegen vor allem Alpha-Linolensäure (ALA).

Omega-3-Fettsäuren erfüllen wichtige Funktionen im Körper. Daraus sollte man allerdings nicht den Schluss ziehen, dass eine Portion Lachs oder ein Löffel Leinöl bestehende Gelenkschmerzen einfach beseitigt.

Auch andere Nährstoffe sind für den Bewegungsapparat wichtig. Dazu gehören beispielsweise Calcium und Vitamin D für die Knochen sowie Eiweiß für die Muskulatur. Gerade während und nach den Wechseljahren ist die Knochengesundheit ein Thema, das wir nicht aus den Augen verlieren sollten.

Das heißt aber nicht, dass du vorsorglich möglichst viele Nahrungsergänzungsmittel einnehmen musst. Im Idealfall beginnt eine gute Versorgung zunächst auf dem Teller. Ob darüber hinaus ein Präparat sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Nährstoff, deiner Ernährung, möglichen Risikofaktoren und teilweise auch von deinen Blutwerten ab.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel bei Gelenkschmerzen?

Wer nach etwas gegen Gelenkschmerzen sucht, stößt schnell auf eine ganze Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln. Magnesium, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Kollagen oder spezielle Gelenkkapseln werden häufig beworben – teilweise mit großen Versprechen.

Doch nur weil ein Nährstoff für Muskeln, Knochen oder andere Funktionen im Körper wichtig ist, bedeutet das nicht automatisch, dass eine zusätzliche Einnahme bestehende Gelenkschmerzen verbessert.

Magnesium ist unter anderem für eine normale Muskelfunktion wichtig. Bei Gelenkschmerzen ohne nachgewiesenen Mangel ist eine zusätzliche Einnahme aber nicht automatisch die Lösung.

Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für Knochen und Muskeln. Besteht tatsächlich ein Vitamin-D-Mangel, sollte dieser sinnvoll behandelt werden. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass hohe Dosen Vitamin D grundsätzlich gegen Gelenkschmerzen in den Wechseljahren helfen. Gerade Vitamin D sollte nicht dauerhaft hoch dosiert auf eigene Faust eingenommen werden.

Omega-3-Fettsäuren werden wegen ihrer Wirkung auf bestimmte Entzündungsprozesse häufig mit Gelenkgesundheit in Verbindung gebracht. Bei einigen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gibt es Hinweise auf einen möglichen ergänzenden Nutzen. Das ist jedoch etwas anderes als gewöhnliche Gelenkbeschwerden während der Wechseljahre – und Omega-3 ist kein allgemeines Schmerzmittel für die Gelenke.

Auch Kollagenpräparate werden inzwischen sehr häufig für Gelenke angeboten. Einige Studien zeigen mögliche kleinere Verbesserungen bei bestimmten Gelenkbeschwerden, die Studienlage ist jedoch nicht so eindeutig, dass wir daraus ein Versprechen für Frauen mit Gelenkschmerzen in den Wechseljahren ableiten könnten.

Ähnlich sieht es bei vielen sogenannten Gelenkkomplexen aus. Eine lange Zutatenliste macht ein Präparat nicht automatisch wirksamer.

Für mich wäre deshalb die sinnvollere Reihenfolge: erst schauen, woher die Beschwerden kommen – und dann überlegen, ob überhaupt eine Nahrungsergänzung notwendig ist. Bei einem vermuteten Nährstoffmangel kann eine ärztliche Abklärung helfen, statt einfach mehrere Präparate auf Verdacht einzunehmen.

Bewegung, Muskelaufbau und eine ausgewogene Ernährung bleiben die Grundlage. Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Situationen eine Ergänzung sein, sollten aber nicht davon ablenken, anhaltende oder ungewöhnliche Gelenkschmerzen richtig abklären zu lassen.

Wenn du dich grundsätzlich fragst, welche Präparate in dieser Lebensphase überhaupt sinnvoll sein können, findest du in unserem Artikel „Nahrungsergänzungsmittel für Frauen“ eine ausführlichere Einordnung.

Können Hormone gegen Gelenkschmerzen helfen?

Weil Gelenkbeschwerden während der Wechseljahre mit der hormonellen Umstellung zusammenhängen können, stellt sich natürlich die Frage, ob eine Hormonersatztherapie auch bei diesen Beschwerden helfen kann.

Es gibt Hinweise darauf, dass sich Muskel- und Gelenkbeschwerden bei manchen Frauen unter einer Hormonersatztherapie bessern können. Eine Hormontherapie wird jedoch nicht einfach als allgemeine Behandlung gegen Gelenkschmerzen eingesetzt.

Wenn du neben den Gelenkbeschwerden beispielsweise unter starken Hitzewallungen, Schlafproblemen oder anderen belastenden Wechseljahresbeschwerden leidest, kann eine Hormonersatztherapie ein Thema für das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sein. Dabei sollte immer individuell abgewogen werden, welche Vorteile und möglichen Risiken eine Behandlung für dich persönlich hat.

Gelenkschmerzen allein sind deshalb kein Grund, auf eigene Faust Hormone einzunehmen. Vor allem bei neu auftretenden oder anhaltenden Beschwerden ist zunächst wichtig zu klären, woher die Schmerzen tatsächlich kommen.

FAQ – Häufige Fragen zu Gelenkschmerzen in den Wechseljahren

Fazit: Gelenkschmerzen in den Wechseljahren nicht einfach hinnehmen

Wenn morgens plötzlich die Finger steif sind, die Knie beim Aufstehen schmerzen oder sich der ganze Körper unbeweglicher anfühlt als früher, kann das ziemlich verunsichern. Besonders dann, wenn solche Beschwerden genau in der Zeit beginnen, in der sich ohnehin schon vieles verändert.

Die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre kann bei Muskel- und Gelenkbeschwerden eine Rolle spielen. Trotzdem ist nicht jeder Gelenkschmerz automatisch eine Folge der Wechseljahre. Arthrose, Überlastungen, Verletzungen oder andere Erkrankungen können ebenfalls dahinterstecken.

Was du selbst tun kannst, ist vor allem erstaunlich unspektakulär: regelmäßig bewegen, deine Muskulatur kräftigen, Belastungen langsam steigern und deinen Körper gut mit Nährstoffen versorgen. Du musst dafür weder perfekt trainieren noch deine Ernährung komplett auf den Kopf stellen.

Und vor allem: Höre darauf, wie sich deine Beschwerden entwickeln. Wenn etwas neu oder ungewöhnlich ist, immer stärker wird oder dich zunehmend im Alltag einschränkt, solltest du nicht einfach denken: „Das sind eben die Wechseljahre.“

Dein Körper verändert sich – aber das bedeutet nicht, dass du jedes neue körperliche Problem einfach hinnehmen musst.

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